02Wissen

Gut zu wissen, bevor es aufs Dach geht

02.1So funktioniert's

Von der Sonne zur Steckdose

Eine PV-Anlage wandelt Sonnenlicht in Strom um. Tippen Sie auf ein Element, um seine Rolle zu entdecken.

Anlage erweitern

Sonne · Licht

Eine PV-Anlage wandelt Sonnenlicht nach dem photoelektrischen Prinzip in elektrischen Gleichstrom (DC) um.

02.2Wissen

Wer macht was auf der Baustelle?

Begriffe und Rollen aller Beteiligten.

Begriff

Selbstbau

Unter «Selbstbau» versteht man die Montage einer Photovoltaik-Anlage, i. d. R. auf dem eigenen Hausdach, mit Hilfe von Selbst- und/oder Mitbauern. Die Montage umfasst die Unterkonstruktion und die Befestigung der PV-Module sowie deren Verkabelung und die Kabelverlegung bis zum Generatoranschlusskasten (GAK).

BHRolle

Bauherr

Sie sind der rechtlich und wirtschaftlich verantwortliche Auftraggeber gegenüber der EWG-FR. Zusammen mit dem Planer planen Sie Ihre Anlage, erteilen Aufträge und koordinieren Gerüstbau und Elektroinstallation. Danach montieren Sie Ihre Anlage mit Ihrer Selbst-/Mitbaugruppe unter Anleitung eines Bauleiters.

SBRolle

Selbst- / Mitbaugruppe

Eine Anlage kann mit Selbstbauern (Mitglieder der EWG-FR) und/oder Mitbauern (Familie, Freunde, Bekannte, Angestellte) gebaut werden. Die Stunden der Selbstbauer arbeiten Sie im gleichen Umfang auf anderen Baustellen ab oder bezahlen sie. Mit Freunden bestimmen Sie die Vergütung nach eigenem Ermessen.

PLRolle

EWG-FR-Planer

Ihre erste Kontaktperson bei der EWG-FR, die Sie von A bis Z begleitet:

  • Erstberatung, Richtofferte und Offerte;
  • Planung der Anlage in Absprache mit Ihnen;
  • Bewilligungs- und Förderanträge;
  • Koordination und Überwachung der Realisierung inkl. Materialbestellung;
  • Inbetriebnahme sowie Schluss- und Abnahmekontrolle.

BLRolle

EWG-FR-Bauleiter

Er begleitet die Montage auf dem Dach, leitet Bauherr und Selbst-/Mitbaugruppe an und stellt eine fachgerechte Montage gemäss Planung sicher. Er nimmt die Endkontrolle und -messung vor und stellt bei Bedarf Werkzeug (Akku-Schrauber usw.) zur Verfügung.

ELRolle

Elektriker

Der auf dem Dach produzierte Gleichstrom wird im Wechselrichter zu Wechselstrom. Damit er aus der Steckdose fliessen kann, braucht es eine elektrische Installation zwischen Wechselrichter und Schaltkasten. Dafür beauftragt der Bauherr ein Elektrounternehmen.

GBRolle

Gerüstbauer

Sicherheit und Gesundheitsschutz stehen für alle Beteiligten an erster Stelle. I. d. R. braucht es für den Bau ein Gerüst zum Kollektivschutz (Geländer, Seitenschutz, Auffangnetz, Durchsturzgitter). Der Bauherr beauftragt ein Gerüstbauunternehmen, das für ein SUVA-konformes Gerüst sorgt.

02.3Wissen

Fragen & Antworten

19 Fragen

Eine andere Frage? Kontaktieren Sie uns

Wer darf eine Photovoltaik-Anlage installieren?

Grundsätzlich darf jede Privatperson und jedes Unternehmen eine Photovoltaik-Anlage anschaffen. Im Einzelfall hängt das aber von Ihren Wohnverhältnissen ab: Gehört Ihnen die Liegenschaft, können Sie in der Regel allein entscheiden. Wohnen Sie in einer Eigentums- oder Mietwohnung, müssen die (Mit-)EigentümerInnen bzw. die VermieterInnen zustimmen.

Wie funktioniert eine Photovoltaik-Anlage?

Eine PV-Anlage wandelt Sonnenlicht nach dem photoelektrischen Prinzip in elektrischen Gleichstrom (DC) um. Der Gleichstrom wird über Kabel zum Wechselrichter transportiert und dort in Wechselstrom (AC) umgewandelt. Der Wechselstrom fliesst zum Schaltschrank (Tableau) und speist den Solarstrom ins Haus ein, wo Verbraucher wie Lampen, Fernseher oder Computer damit betrieben werden.

Welche Komponenten braucht es für eine PV-Anlage?
  • Unterkonstruktion und PV-Module, die auf dem Dach installiert werden.
  • Ein Wechselrichter, der den Gleichstrom vom Dach in Wechselstrom umwandelt.
  • Kabel zwischen PV-Modulen und Wechselrichter sowie zwischen Wechselrichter und Schaltschrank.
Um welche Komponenten kann eine PV-Anlage erweitert werden?
  • Batteriespeicher: versorgt das Haus in der Nacht oder an sonnenarmen Tagen und erhöht den Eigenverbrauch.
  • Wandladestation (Wallbox): wird für das Laden eines Elektroautos benötigt.
  • Heim-Energie-Management-System (HEMS): intelligente, individuell konfigurierbare Steuerung zur Optimierung des Eigenverbrauchs, z. B. für die Warmwasser-Erwärmung.
  • und weitere.
Ist Ihr Haus für eine Photovoltaik-Anlage geeignet?

Idealerweise ist ein Haus freistehend und hat ein möglichst nach Süden ausgerichtetes Dach. Auch Flachdächer funktionieren gut, und eine geringe Verschattung ist von Vorteil. Auf einem Ost-West-Dach produziert die Anlage zwar etwas weniger Strom als auf einem Süddach, dafür liegt die Menge näher am tatsächlichen Eigenbedarf: Es muss weniger Strom gespeichert oder ins Netz eingespeist werden.

Welche Typen von PV-Anlagen gibt es?

Je nach Hersteller und Produktwahl hat eine PV-Anlage einen unterschiedlichen Funktionsumfang:

  • PV-Anlage – bei einem Stromausfall fällt auch die PV-Anlage aus und produziert keinen Solarstrom mehr. Diese Form ist heute Standard und schweizweit stark verbreitet.
  • PV-Anlage mit Batteriespeicher – bei einem Stromausfall fällt die Anlage ebenfalls aus, das Haus wird aber weiterhin mit dem gespeicherten Solarstrom versorgt, bis der Speicher leer ist.
  • PV-Anlage mit Batteriespeicher und Notstromumschaltung – bei einem Stromausfall wird auf Notstrom umgeschaltet. Die Anlage produziert weiter und versorgt definierte Verbraucher. Am Abend wird der gespeicherte Strom aus der Batterie bezogen. Ist die Anlage schwarzstartfähig, startet sie beim ersten Sonnenschein automatisch wieder.

Hinweis: Die Notstromumschaltung setzt einen Batteriespeicher sowie einen erweiterten Ausbau des Schaltschranks oder eine Netzumschaltbox (z. B. Enwitec) voraus.

Wie gross sollte die Photovoltaik-Anlage sein?

Die Anlage nur so klein zu dimensionieren, dass sie für den Eigenverbrauch optimiert ist, ist oft nicht die wirtschaftlichste Variante: Kleine Anlagen sind pro Kilowatt teurer als grössere. Grössere Anlagen lohnen sich deshalb meist mehr. Die Grenze setzen die verfügbare Dachfläche und das eigene Budget.

Solarstrom-Überschuss – was ist das?

Von Überschuss spricht man, wenn auf dem Dach mehr Strom produziert wird, als man selbst verbraucht. Überschuss-Strom wird oft ins lokale Netz eingespeist und an den Netzbetreiber (z. B. Groupe-e) verkauft.

Was bedeutet Eigenverbrauch?

Eigenverbrauch bedeutet, den erzeugten Solarstrom selbst zu verbrauchen: Er wird direkt vom Dach zu den Verbrauchern im Haus geleitet. Erfahrungsgemäss liegt der Eigenverbrauch ohne Energie-Management-System bei ca. 30 % der jährlichen Produktion; ca. 70 % werden also ins Netz eingespeist.

Wie kann man den Eigenverbrauch maximieren?

Damit möglichst viel Solarstrom selbst verbraucht wird, braucht es ein Energie-Management-System, das die grössten Verbraucher (Wärmepumpe, Boiler usw.) automatisch mit Überschuss-Strom versorgt. Auch ein Batteriespeicher unterstützt die Optimierung. So muss weniger Strom eingekauft werden, Sie sparen Geld und verkürzen die Amortisationsdauer der Anlage.

Was ist Autarkie?

Im Zusammenhang mit Photovoltaik meint Autarkie die Unabhängigkeit vom Stromanbieter. Je mehr Strom selbst produziert und genutzt wird, desto autarker ist man, da weniger Strom zugekauft werden muss. Wer all seinen Strom selbst produziert, lebt bei der Energieversorgung weitgehend autark.

Was macht ein Batteriespeicher (Solarspeicher)?

Ein Batteriespeicher speichert tagsüber Strom, der in der Nacht oder an trüben Tagen verbraucht werden kann. Er liefert Energie, sobald im Haus mehr verbraucht als produziert wird. Speicher können direkt bei der Installation eingebaut oder später nachgerüstet werden; neuere Hybrid-Wechselrichter erlauben sogar eine Plug-and-play-Nachrüstung ohne grossen Aufwand.

Ist die Anschaffung eines Batteriespeichers sinnvoll?

Ein Batteriespeicher erhöht den Eigenverbrauch: Er wird tagsüber mit günstigem Solarstrom geladen und gibt den Strom in der Nacht oder an sonnenarmen Tagen ans Haus ab, statt teuren Strom vom Netz zu beziehen. Damit sinkt Ihre Stromrechnung. Fazit: Ein Batteriespeicher kann eine sinnvolle und wirtschaftliche Anschaffung sein, speziell in Kombination mit einem Elektroauto.

Kann man mit einem Batteriespeicher ein Elektroauto laden?

Je nach Fahrzeug verbrauchen Elektroautos zwischen 15 und 22 kWh auf 100 km. Für das Laden einer fast leeren Batterie braucht es schnell 20 bis 40 kWh. Bei Groupe-e kostet 1 kWh im Niedertarif 18.81 Rp. (Tarif Plus 2025) – eine Ladung kostet also ca. 4 bis 8 Franken. Zum Vergleich: 1 kWh Batteriespeicher kostet zwischen CHF 500.– und 700.–.

Fazit: Einen Batteriespeicher ausschliesslich zum Laden eines Elektroautos zu nutzen, ist kostspielig und aus ökologischer wie wirtschaftlicher Sicht wenig sinnvoll.

Wofür ist eine Wandladestation (Wallbox)?

Die Wandladestation verbindet Ihr E-Auto mit dem Stromnetz. So können Sie es mit Solarstrom oder mit Netzstrom laden. Moderne Ladestationen steuern die Ladeleistung, indem sie zwischen 1- und 3-Phasen wechseln, und laden so schon bei geringer Solarproduktion mit Solarstrom.

Steigt der Wert meiner Liegenschaft mit einer PV-Anlage?

Mit dem Bau einer PV-Anlage darf man i. d. R. davon ausgehen, dass Ihre Liegenschaft an Wert gewinnt. Es ist ratsam, die Anlage bei Ihrer Gebäudeversicherung anzumelden.

Gibt es Förderbeiträge für eine PV-Anlage?

Neue PV-Anlagen werden schweizweit gefördert. Die Höhe des Förderbeitrags hängt von der Gesamtleistung der installierten Module ab. Fördergelder werden von Pronovo gesprochen und ausbezahlt. Rechner Förderbeitrag (neuer Tab)

Kann man die Investitionskosten von den Steuern abziehen?

Im Kanton Freiburg können die Investitionskosten für eine Photovoltaik-Anlage steuerlich abgezogen werden.

Hinweis: Investitionskosten für Batteriespeicher werden steuerlich nicht begünstigt.

Wie schnell kann ich meine PV-Anlage realisieren?

Die prognostizierte Energie- und Stromknappheit hatte einen regelrechten «Run» auf die Photovoltaik-Branche ausgelöst; Wartezeiten konnten mehrere Monate dauern. Mittlerweile hat sich die Situation entschärft: Heute können PV-Anlagen innerhalb weniger Wochen realisiert werden. Kontaktieren Sie uns – wir rufen zeitnah zurück oder senden Ihnen gerne eine Richtofferte.

02.4Wissen

Medien & Links

Broschüren, Presseartikel und Reportagen rund um den Solar-Selbstbau.